Predigt zum zweiten Sonntag der Fastenzeit: Die Heilung του Gelähmten und der Heilige Gregor Palamas
- P.Karagiouvanis

- vor 2 Tagen
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Im heutigen Evangelium heilt Christus einen Gelähmten in Kapernaum. Aufgrund der großen Menschenmenge waren seine Begleiter gezwungen, das Dach abzudecken, um ihn vor den Herrn hinunterzulassen. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben.“ Auf die Reaktionen der Schriftgelehrten antwortete der herzenskündige Jesus, indem er auch den Körper des Gelähmten heilte. Damit bewies er, dass er als Gott die Macht hat, den gesamten Menschen zu erneuern.
Diese Erzählung wurde bewusst auf den zweiten Sonntag der Fastenzeit gelegt, um zu betonen, dass die Vergebung der Sünden wichtiger ist als jede körperliche Heilung. Oft bitten wir Gott um Befreiung von alltäglichen Sorgen. Er antwortet uns zwar, doch unser tiefstes Bedürfnis bleibt die Wiederherstellung der Beziehung zu Ihm. Sahen wir am Sonntag des Verlorenen Sohnes die Bedeutung unserer eigenen Rückkehr, so sehen wir heute die erlösende Antwort Gottes: „Mein Kind, deine Sünden sind dir vergeben.“
Der heutige Sonntag ist zugleich dem Heiligen Gregor Palamas gewidmet, dem Erzbischof von Thessaloniki und großen Lehrer des Herzensgebetes. Der heilige Gregor klärte den dogmatischen Unterschied zwischen der orthodoxen und der westlichen Theologie auf, indem er die Unterscheidung zwischen dem Wesen und den Energien Gottes betonte. Während Gottes Wesen unergründlich bleibt, sind seine unerschaffenen Energien für den Menschen teilhabbar. Das bedeutet, dass Gott kein ferner Richter ist, sondern unmittelbar mit uns kommuniziert, uns heiligt und uns durch die Mysterien und das Gebet wahrhaftig heilt.
Die notwendige Voraussetzung, um diese Gnade zu empfangen, ist der Glaube. Viele verlangen nach Wundern, um zu glauben, doch der wahre Glaube ist es, der das Erbarmen Gottes anzieht. Das heutige Evangelium, verbunden mit der Lehre des Heiligen Gregor, ruft uns dazu auf, nicht bei den äußeren Elementen der Fastenzeit stehen zu bleiben, sondern auf die Heilung des „inneren Menschen“ zu beharrren.
Wenn wir unseren Glauben und das Gebet („Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner, eines Sünders“) pflegen, werden unsere geistigen Kräfte, die durch die Leidenschaften „gelähmt“ waren, zu neuem Leben erweckt. Lasst uns daher mit Demut um Gottes Vergebung bitten und gewiss sein, dass Er durch seine unerschaffenen Energien für jedes Bedürfnis unserer Seele und unseres Körpers sorgen wird.



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